LoRaWAN · Mittel-Stufe

mittel LoRaWAN-Prüfungsfragen

LoRaWAN Knowledge-Musterprüfungsfragen ausgewählt auf mittel-Niveau. Ideal um das Gelernte zu festigen und das tatsächliche Niveau einzuschätzen.

Mit Quellen belegt~ 7 MinMittel

Fragen Niveau Mittel

  1. Q01
    Wichtige Unterscheidung: "LoRa" bezeichnet die physikalische Funkmodulation (CSS, Chirp Spread Spectrum, proprietär von Semtech), während "LoRaWAN" das MAC-Schichtprotokoll und die Netzarchitektur ist (offener Standard der LoRa Alliance), das auf LoRa aufsetzt.
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    1. Architecture· LoRa vs LoRaWAN· Mittel
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    Trennung der Schichten: LoRa ist die proprietäre CSS-Funktechnologie von Semtech auf der physikalischen Schicht (Layer 1, geschütztes geistiges Eigentum). LoRaWAN ist das offene MAC-Protokoll und die Netzarchitektur der LoRa Alliance (Layer 2 und darüber). Analogie: LoRa entspricht der Ethernet-Physik (Kabel und Signale), LoRaWAN entspricht IP plus TCP darüber. Geräte können LoRa auch ohne LoRaWAN nutzen (kundenspezifische Protokolle), der interoperable Standard ist jedoch LoRaWAN.

  2. Q02
    LoRaWAN verwendet eine "Star-of-Stars"-Topologie: Jedes End Device sendet an ALLE in Funkreichweite befindlichen Gateways (unidirektionaler Broadcast); die Gateways leiten an den Network Server weiter, der die Duplikate herausfiltert. Zwischen End Devices besteht kein Mesh.
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    1. Architecture· Star-of-Stars-Topologie· Mittel
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    Wahr
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    Topologiedetails: Ein End Device sendet nicht an ein bestimmtes Gateway, sondern an alle erreichbaren Gateways. Der Network Server empfängt N Kopien des Telegramms, behält die beste (nach RSSI/SNR) und verwirft die übrigen. Vorteile sind Gateway-Redundanz und Robustheit. Im Gegensatz zu Thread, Zigbee oder Z-Wave gibt es zwischen Geräten kein Mesh. Der Kompromiss: große Reichweite, aber Geräte können nicht direkt miteinander kommunizieren.

  3. Q03
    In Frankreich sind 2026 die wichtigsten öffentlichen LoRaWAN-Betreiber: Orange Live Objects (nahezu landesweite Abdeckung), Bouygues Objenious (im Sunset), Helium Network (Community-getrieben) und Loriot (Schweizer Anbieter von kommerziellem Network-Server-Software, kein öffentlicher Netzbetreiber). Daneben gibt es viele private Installationen (dedizierte Netze).
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    6. Network providers· Öffentliche Betreiber· Mittel
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    LoRaWAN-Betreiber in Frankreich 2026: Orange Live Objects ist Marktführer mit rund 10.000 Gateways. Objenious (Bouygues Telecom) wurde 2024-2025 abgekündigt. Helium Network setzt auf eine Community plus krypto-incentivierte Hotspots (~3000 in FR). The Things Network (TTN) ist eine offene Community, in FR aber dünn besetzt. Private Netze überwiegen klar — vor allem in Smart City, Industrie und Landwirtschaft.

  4. Q04
    Für kritische IoT-Installationen (Smart City, Industrie, Flotten-Asset-Tracking) werden private LoRaWAN-Netze gegenüber öffentlichen Betreibern häufig bevorzugt: volle Infrastrukturkontrolle, SLAs, höhere Sicherheit und keine kommerzielle Abhängigkeit von Drittbetreibern.
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    6. Network providers· Öffentlich vs. Privat· Mittel
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    Wahr
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    Abwägung öffentlich vs. privat: Öffentliche Netze benötigen keine eigene Gateway-Investition, bieten sofortige Abdeckung und kosten als SaaS rund 1-5 € pro Gerät und Jahr. Private Netze bieten dagegen volle Kontrolle, garantierte SLA und höhere Sicherheit, verursachen aber Gateway-Kosten (etwa 500 € pro Gateway, 10-20 Gateways für eine mittelgroße Smart City). Hybrid-Setups sind verbreitet: private Gateways plus Roaming auf ein öffentliches Netz für Mobilitätsanwendungen wie Asset-Tracking.

  5. Q05
    Typische Smart-City-Anwendungen mit LoRaWAN: intelligente Wasserzähler, Parkplätze (Belegungssensoren), Abfallbehälter (Füllstandsmessung), Straßenbeleuchtung (Telemonitoring), Luftqualität, Monitoring von E-Ladesäulen (Status, Energiewerte — nicht das OCPP-Ladesteuerungsprotokoll) und Hochwasserwarnung — ein typischer LoRaWAN-Sensor kostet 30-150 €.
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    7. Use cases· Smart City· Mittel
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    Smart-City-Anwendungsfälle für LoRaWAN: Wasserzähler (Veolia, Suez) etwa 30-50 € pro Zähler; Parkplatzsensoren (Smart Parking, Vinci Park) rund 80-150 € pro Stellplatz; Abfallcontainer 50-100 € je Behälter; Straßenbeleuchtung mit Monitoring und Dimmen über D4i; Luftgüte-Stationen 200-500 € pro Stück. Die Städte Paris, Lyon, Nantes und Bordeaux haben signifikante LoRaWAN-Ausrollungen.

  6. Q06
    LoRaWAN konkurriert im Gebäude-Retrofit mit EnOcean beim energetischen Submetering und beim drahtlosen Monitoring (Temperatur, CO2, Präsenz): hohe Reichweite (ein Gateway deckt ein großes Gebäude ab), Batterielaufzeit 5-10 Jahre, allerdings höhere Latenz (Class A).
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    7. Use cases· Gebäudemonitoring· Mittel
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    Wahr
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    Vergleich LoRaWAN und EnOcean im Gebäude: LoRaWAN erreicht im Innenraum 500 m bis 1 km Reichweite — ein Gateway reicht oft für ein großes Gebäude —, die Latenz liegt im Minutenbereich (Class A). EnOcean kommt im Innenraum auf 30-50 m, benötigt also mehrere Gateways, liefert aber Latenzen im Sekundenbereich. Typische LoRaWAN-Anwendungen im Gebäude: Submetering-Retrofit (10-100 Zähler an einem Gateway), Tertiär-Monitoring (z. B. OPERAT-Reporting im Rahmen des Décret Tertiaire in Frankreich), Logistik in Lagerhallen und Werkshallen. Für aktive Steuerung (Tastsensoren, Sofort-Lichtschaltung) bleibt EnOcean die bessere Wahl.

  7. Q07
    The Things Network (TTN) ist eine kostenfreie, communitybasierte LoRaWAN-Plattform (Community-Gateways plus Cloud-Network-Server), die vor allem für Entwicklung, Prototyping und makerfreundliche Installationen genutzt wird; sie bietet eine Web-Konsole und MQTT-/HTTP-SDKs zur Anwendungsintegration.
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    10. Tools· The Things Network· Mittel
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    Wahr
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    TTN-Ökosystem im Überblick: weltweit rund 25.000 Community-Gateways (etwa 500 in Frankreich); ein kostenfreier Cloud-Network-Server mit Fair-Use-Limit (ungefähr 30 Nachrichten pro Gerät und Tag); eine Web-Konsole für Anwendungs-/Geräteregistrierung, Monitoring und Decoder; APIs (MQTT-Subscribe auf Events, HTTP-Webhooks). Typische Anwendungsfälle sind Prototypen, Maker-Projekte, Forschung und kleine Installationen. The Things Industries (TTI), der kommerzielle Anbieter hinter TTN, bietet kostenpflichtige Tarife für Produktivumgebungen.

  8. Q08
    ChirpStack ist die populärste Open-Source-Lösung für LoRaWAN-Network-Server und -Application-Server (MIT-Lizenz), unterstützt LoRaWAN 1.0.x und 1.1, ist multimandantenfähig und bietet eine Web-Oberfläche sowie gRPC-/REST-APIs.
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    10. Tools· ChirpStack· Mittel
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    Wahr
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    ChirpStack-Stack im Detail: Der Network Server übernimmt Deduplizierung, ADR und Security. Der Application Server kümmert sich um Payload-Decoding und MQTT-/HTTP-Integrationen. Die Web-Oberfläche dient dem Management von Gateways, Geräten und Anwendungen. Mehrmandantenfähigkeit isoliert verschiedene Organisationen. Selbst hosten lässt sich der Stack via Docker, Kubernetes oder klassischer Linux-VM. ChirpStack ist die De-facto-Wahl für private Netze. Als Alternativen sind zu nennen: The Things Stack Open Source (Open Source), Loriot Server (kommerziell) und Actility ThingPark (kommerziell); der frühere LoRaServer-Projekt ist abgekündigt und wurde durch ChirpStack ersetzt.

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