Pillar — KNX Advanced Zertifizierung

Wie bestehe ich die KNX Advanced Zertifizierung (Aufbaukurs) 2026?

Gültiger KNX-Grundkurs als Voraussetzung, fünftägiger Aufbaukurs mit 50 % Praxis, 50 % Bestehensgrenze pro Teil — mit der richtigen Vorbereitung bestehen Sie die KNX-Advanced-Prüfung beim ersten Anlauf.

14 min LesezeitZuletzt aktualisiert: Mai 20269 abschnitte

Die KNX Advanced Zertifizierung ist die zweite Stufe der offiziellen KNX-Ausbildung und richtet sich an bereits zertifizierte KNX-Partner, die größere und komplexere Gebäudeprojekte planen, programmieren und in Betrieb nehmen wollen. Voraussetzung ist ein gültiger KNX-Grundkurs (Basic) — der Aufbaukurs setzt das Topologie- und ETS-Wissen der Basic-Stufe als bekannt voraus und vertieft es. Der Kurs dauert in DACH typischerweise fünf Tage mit rund 40 Unterrichtseinheiten, davon laut KNX-Lehrplanempfehlung etwa 50 % Praxis und 50 % Theorie, und schließt mit einer praktischen und theoretischen Prüfung ab. Wer besteht, erhält das international anerkannte KNX Advanced Course Certificate.

Inhaltlich geht es um genau die Themen, die im Grundkurs nur gestreift wurden: erweiterte Topologie mit Linien- und Bereichskopplern, Filtertabellen, IP-Backbone, fortgeschrittenes ETS (ETS Apps, partielle Downloads, Diagnose mit Gruppen- und Busmonitor), Logikfunktionen, Visualisierung, HLK-Integration, ausfallsichere Planung und KNX Secure im Detail. 2026 ist diese Stufe besonders gefragt: Mit GEG, EU-EPBD-Novelle und der faktischen Pflicht zu KNX Secure in Gewerbeprojekten suchen Generalunternehmer gezielt Integratoren, die Mehrlinien- und Mehrbereichsanlagen sicher beherrschen.

Dieser Leitfaden zeigt konkret, was Sie als Advanced-Kandidat in Deutschland, Österreich oder der Schweiz brauchen: welche Voraussetzungen wirklich gelten, was der Aufbaukurs abdeckt, wie die Prüfung aufgebaut ist, was sie 2026 in € und CHF kostet, welche Förderung greift, welche Schulungszentren in Frage kommen und wie ein realistischer 8-Wochen-Plan aussieht. Den KNX-Grundkurs behandelt dieser Leitfaden bewusst nicht erneut — dafür gibt es den verlinkten Basic-Guide.

Was ist die KNX Advanced Zertifizierung?

Die KNX Advanced Zertifizierung (im deutschsprachigen Raum meist KNX Aufbaukurs genannt) ist die zweite reguläre Stufe im offiziellen Ausbildungssystem der KNX Association in Brüssel. Sie qualifiziert zertifizierte KNX-Partner dafür, komplexe Gebäudeautomationsprojekte zu beherrschen, die über die Standardanlagen der Basic-Stufe hinausgehen.

Einordnung im KNX-Ausbildungssystem

Die KNX Association strukturiert ihre Ausbildung in aufeinander aufbauende Stufen:

  • KNX Grundkurs (Basic) — Einstieg: Topologie, ETS-Grundlagen, Gruppenadressen, Gruppenobjekte, Kommunikationsflags, Grundzüge KNX Secure.
  • KNX Aufbaukurs (Advanced) — Vertiefung: erweiterte Topologie, Koppler und Filtertabellen, IP-Backbone, Logik, Visualisierung, HLK, KNX Secure im Detail.
  • KNX Tutor — Ausbilderqualifikation für Trainer, die selbst akkreditierte Kurse geben.
  • Daneben Spezialmodule (z. B. KNX/IP, KNX Secure, DALI-Gateway), die je nach Anbieter eigenständig oder als Teil des Advanced-Stoffs angeboten werden.

Wozu die Advanced-Stufe befähigt

Während die Basic-Zertifizierung für Standardprojekte mit klassischer Topologie ausreicht — Einfamilienhäuser, kleine Bürogebäude, Hotels mit einer überschaubaren Linienstruktur — adressiert Advanced die Skalierung und Komplexität:

  • Mehrlinien- und Mehrbereichsanlagen mit korrekt konfigurierten Linien- und Bereichskopplern und sauber generierten Filtertabellen.
  • IP-Backbone-Architekturen mit KNX-IP-Routern statt klassischem TP-Backbone.
  • Logikfunktionen und übergeordnete Szenen- und Automationssteuerung.
  • Visualisierung über KNX-IP-Gateways und Bedienoberflächen.
  • Gewerkeübergreifende Integration (HLK, Beleuchtung inkl. DALI, Beschattung, Energiemanagement).
  • KNX Secure als durchgängiges Sicherheitskonzept über mehrere Linien.

Das Zertifikat und seine Anerkennung

Nach bestandener Prüfung stellt die KNX Association über das akkreditierte Schulungszentrum das KNX Advanced Course Certificate aus — international einheitlich und unabhängig davon, ob Sie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz geprüft werden. Es ergänzt den bestehenden Basic-Eintrag im KNX-Partner-Verzeichnis auf knx.org und signalisiert Auftraggebern, dass Sie auch anspruchsvolle Zweck- und Gewerbebauten umsetzen können.

Voraussetzungen für den KNX Aufbaukurs

Die zentrale Voraussetzung für die KNX Advanced Zertifizierung ist eindeutig: Sie müssen den KNX-Grundkurs (Basic) erfolgreich absolviert haben. Anders als beim Grundkurs, der formal ohne Vorqualifikation offensteht, ist der Aufbaukurs ohne die Basic-Stufe nicht zugänglich.

Formale Voraussetzung — gültiger Grundkurs

  • Nachweis eines bestandenen KNX-Grundkurs-Zertifikats ist Pflicht für die Anmeldung zum Aufbaukurs.
  • Liegt das Zertifikat noch nicht vor (z. B. Schulung im Ausland, lange zurückliegender Kurs), akzeptieren viele Schulungszentren in Absprache einen Nachweis über eine Eingangsprüfung, die das Basic-Niveau bestätigt.
  • Eine feste Mindestzeit zwischen Grund- und Aufbaukurs schreibt die KNX Association nicht vor — die Zentren empfehlen aber dringend ein bis zwei Jahre Praxiserfahrung dazwischen, weil der Aufbaukurs sehr stark auf gefestigtem ETS-Routinewissen aufsetzt.

Faktisch erwartetes Vorwissen

Der Aufbaukurs wiederholt die Grundlagen nicht. Sie sollten daher sicher beherrschen:

  • KNX-Topologie: Bereiche, Linien, physikalische Adressen, Grundprinzip der Kopplung.
  • ETS-Bedienung: Projekt anlegen, Geräte importieren, physikalische Adresse und Applikation programmieren, partieller Download.
  • Gruppenadressen und Gruppenobjekte: zwei- und dreistufige Strukturen, Verknüpfungslogik, Datenpunkttypen (DPT).
  • Kommunikationsflags (K, L, S, Ü, A) und ihre korrekte Belegung für Sensoren, Aktoren und Statusobjekte.
  • Diagnose-Grundlagen mit dem Gruppenmonitor.

Wer hier unsicher ist, sollte vor der Anmeldung den Basic-Stoff auffrischen — der verlinkte Grundkurs-Guide und die kostenlosen CertifBus-Fragen eignen sich dafür.

Technische und organisatorische Voraussetzungen

  • Eine eigene ETS-Lizenz ist für die Schulung in der Regel nicht zwingend (das Zentrum stellt Arbeitsplätze), für die spätere Praxis aber unverzichtbar.
  • Für die Zulassung zur Abschlussprüfung verlangen die Zentren üblicherweise eine Mindestanwesenheit von rund 75 % der Unterrichtseinheiten.
  • Sichere Englisch-Lesekenntnisse helfen, weil ein Teil der ETS-Hilfen und der KNX-Spezifikation englischsprachig ist — Schulung und Prüfung laufen in DACH jedoch in der Regel auf Deutsch.

Unterschied KNX Basic vs. Advanced

Der Unterschied zwischen KNX Basic und KNX Advanced lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Basic macht Sie zum sicheren Anwender für Standardanlagen, Advanced zum Systemarchitekten für komplexe, mehrlinige und vernetzte Projekte. Beide Stufen nutzen dieselbe Software (ETS) und denselben Bus, aber Tiefe und Anspruch unterscheiden sich deutlich.

Was Basic abdeckt

Der Grundkurs vermittelt das Fundament: KNX-Topologie und physikalische Adressierung, ETS-Grundbedienung, Geräteimport, Programmierung in zwei Schritten, Gruppenadressen und Gruppenobjekte, Datenpunkttypen, Kommunikationsflags und die Grundzüge von KNX Secure. Die Praxisprüfung dort dreht sich um eine überschaubare Anlage mit einem Bereich und ein bis zwei Linien.

Wo Advanced ansetzt

Der Aufbaukurs greift genau dort, wo Basic aufhört, und vertieft systematisch:

  • Topologie: vom einzelnen Bereich zur Mehrbereichsanlage mit Linien- und Bereichskopplern, korrekt generierten Filtertabellen und IP-Backbone.
  • ETS: von der Grundbedienung zu ETS Apps, effizientem partiellem Download im Großprojekt und tiefer Diagnose mit Gruppen- und Busmonitor.
  • Funktionen: von einfachen Schalt- und Statusverknüpfungen zu Logikbausteinen, Szenen, Visualisierung und HLK-Regelung.
  • Sicherheit: von den Secure-Grundzügen zur vollständigen KNX-Data-Secure- und IP-Secure-Implementierung über mehrere Linien.
  • Robustheit: neu hinzu kommt die ausfallsichere Planung (redundante Auslegung), die in der Basic-Stufe gar nicht vorkommt.

Praktische Faustregel

Wer ein Einfamilienhaus oder ein kleines Büro mit Licht, Beschattung und Heizung sauber in Betrieb nimmt, kommt mit Basic aus. Sobald ein Projekt mehrere Etagen, mehrere Linien, einen IP-Backbone-Router, eine echte Visualisierung, Logik über mehrere Gewerke oder ein durchgängiges Secure-Konzept verlangt, brauchen Sie das Advanced-Wissen — und Auftraggeber im Zweck- und Gewerbebau fordern den Nachweis zunehmend explizit. Den vollständigen Basic-Stoff finden Sie im verlinkten Grundkurs-Guide; dieser Leitfaden konzentriert sich auf die Advanced-spezifischen Inhalte.

Lehrplan des KNX Aufbaukurses im Detail

Der Lehrplan des KNX Aufbaukurses folgt der offiziellen Curriculum-Empfehlung der KNX Association und deckt rund ein Dutzend Vertiefungsmodule ab. Die folgende Aufstellung orientiert sich am offiziellen KNX-Advanced-Stoff und an den Programmen der DACH-Zentren.

Erweiterte Topologie, Koppler und Filtertabellen

Das Kernthema des Aufbaukurses. Behandelt werden große Topologien mit Linien- und Bereichskopplern, die korrekte Telegrammweiterleitung und vor allem die Filtertabellen:

  • ETS berechnet die Gruppenadressen, die in der Filtertabelle jedes beteiligten Kopplers gespeichert werden müssen, und lädt sie beim Download in das Gerät.
  • Seit ETS5 erfolgt die Neuberechnung in Echtzeit — nur die tatsächlich betroffenen Koppler werden neu geladen, nicht mehr das gesamte Netz.
  • Über die Vorschaufunktion (Rechtsklick auf den Linien- oder Bereichskoppler im Topologie-Fenster) lässt sich vorab prüfen, welche Gruppenadressen nach dem Download in der Filtertabelle stehen werden.
  • Ist eine Gruppenadresse die Verbindung zwischen einem Gerät in Linie 1.1 und einem Gerät in Linie 15.15, sind gleich mehrere Koppler beteiligt (Linienkoppler 1.1.0, Bereichskoppler 1.0.0 und 15.0.0, Linienkoppler 15.15.0) — alle müssen die Adresse in ihrer Filtertabelle führen.

IP-Backbone, KNX/IP und KNX RF

  • Integration von IP und Ethernet: KNXnet/IP, IP-Router als Backbone-Ersatz, IGMP/Multicast-Anforderungen im Netzwerk.
  • KNX RF in Kombination mit TP-Topologien (Medienkoppler TP/RF), inklusive Reichweiten- und Planungsfragen.

Logikfunktionen

Logische Verknüpfungen auf verschiedenen Ebenen — in Aktoren, in dedizierten Logikmodulen oder über ETS Apps. Schwerpunkte sind UND-/ODER-/Gatter-Logik, Zeit- und Schwellwertfunktionen sowie Szenensteuerung über mehrere Gewerke.

Visualisierung und ETS Apps

Anbindung von Visualisierungssystemen über KNX-IP-Gateways, Bedienoberflächen und die Rolle von ETS Apps zur Erweiterung des Funktionsumfangs der Engineering Tool Software.

HLK-Integration und Beleuchtungssteuerung

  • Heizung, Lüftung, Klima (HLK): Einzelraumregelung, Fan-Coil-Ansteuerung, Stellantriebe, Verknüpfung mit Präsenz und Fensterkontakten.
  • Beleuchtungssteuerung inklusive DALI-Gateways für die Integration tageslichtabhängiger und szenenbasierter Lichtkonzepte.

KNX Secure im Detail

Die Vertiefung der Sicherheit gegenüber der Basic-Stufe:

  • KNX Data Secure: Verschlüsselung und Authentifizierung auf Telegrammebene, FDSK-Schlüssel, ETS-Schlüsselbund, Secure-Gruppenadressen.
  • KNX IP Secure: gesicherte Tunneling- und Routing-Kommunikation über IP.
  • Praxis: Aktivierung in den Projektsicherheits-Einstellungen, Schlüsselverwaltung und Übergabe an den Endkunden.

Weitere Module

  • Ausfallsichere bzw. redundante Planung robuster Anlagen.
  • Interworking und integrierte Applikationen über Gerätegrenzen hinweg.
  • KNX und Smart Metering sowie KNX und Multimedia als Ergänzungsthemen.

Der Aufbaukurs ist mit rund 40 Unterrichtseinheiten und etwa 50 % Praxisanteil deutlich praxislastiger, als der Stoffumfang vermuten lässt — fast jedes Modul wird an einem realen Bus-Demonstrator mit ETS geübt.

Aufbau der Advanced-Prüfung (Theorie und ETS-Praxis)

Die KNX-Advanced-Prüfung besteht — wie schon die Basic-Prüfung — aus einem theoretischen und einem praktischen Teil und schließt den Aufbaukurs ab. Beide Teile müssen bestanden werden, das praktische Gewicht ist an der Advanced-Stufe ausgeprägt.

Format und Ablauf

  • Schulung: rund 40 Unterrichtseinheiten über fünf Tage, etwa 50 % Theorie und 50 % Praxis an ETS und realen Bus-Geräten.
  • Zulassungsvoraussetzung: in der Regel mindestens 75 % Anwesenheit während des Kurses.
  • Theorieteil: schriftliche Prüfung über den Advanced-Stoff (Topologie und Koppler, Logik, Visualisierung, HLK, KNX Secure, IP/RF, ausfallsichere Planung).
  • Praxisteil: umfangreiche ETS-Aufgabe an einem Demonstrator, die typischerweise eine Mehrlinien- oder Mehrbereichsanlage mit Kopplern, Filtertabellen und mindestens einem der Vertiefungsthemen (Logik, Visualisierung, HLK oder Secure) verlangt.

Was der Praxisteil typischerweise prüft

Die genaue Aufgabenstellung variiert je Zentrum, der inhaltliche Rahmen ist aber konsistent:

1. Anlegen eines ETS-Projekts mit erweiterter Topologie (mehrere Linien, ggf. mehrere Bereiche, ggf. IP-Backbone). 2. Korrektes Einbinden von Linien- und Bereichskopplern mit aktivierter, neu generierter Filtertabelle. 3. Strukturierte Gruppenadressen über mehrere Linien hinweg, mit sauberer Flag-Belegung. 4. Umsetzung mindestens einer Logik-, Visualisierungs- oder HLK-Funktion. 5. Aktivierung und Konfiguration von KNX Secure, sofern die Aufgabe es vorsieht. 6. Inbetriebnahme und Diagnose mit Gruppen- und Busmonitor.

Bestehen und Wiederholung

Nach den KNX-Prüfungsregeln müssen Sie sowohl den theoretischen als auch den praktischen Teil mit mindestens 50 % bestehen — beide Teile separat. Der Praxisteil prüft dabei typischerweise Fehlersuche, Telegramm- und Teilnehmeranalyse sowie Projektierung. (Abweichend gilt nur für die verkürzte praktische Basic-Variante für Autodidakten eine höhere Grenze von 60 % — auf die reguläre Advanced-Prüfung trifft das nicht zu.) Die genaue Punkteverteilung legt das akkreditierte Zentrum nach dem KNX-Schema fest — bestätigen Sie die Details vorab mit Ihrem Schulungszentrum.

Wer nur einen der beiden Teile verfehlt, kann ihn in der Regel innerhalb eines begrenzten Zeitraums getrennt nachholen, ohne den kompletten Kurs zu wiederholen. Für jede Wiederholung fällt eine Wiederholungsgebühr an (Größenordnung 150-250 €). Bestätigen Sie die konkreten Wiederholungsmodalitäten ebenfalls beim Zentrum.

Praxistipp zur Zeiteinteilung

Der Advanced-Praxisteil ist umfangreicher als der Basic-Teil. Behandeln Sie zuerst Topologie, Koppler und Filtertabellen — sie sind das Rückgrat der Bewertung. Erst wenn die Mehrlinien-Struktur sauber läuft, sollten Sie sich der Logik-, Visualisierungs- oder Secure-Aufgabe widmen.

Kosten und Förderung 2026 in DACH

Der KNX Aufbaukurs liegt preislich auf oder leicht über dem Niveau des Grundkurses, weil er denselben fünftägigen Präsenzaufwand mit hohem Praxisanteil bedeutet. Die Spannen unten beziehen sich auf das Komplettpaket (Schulung + Prüfung); bestätigen Sie den Tagespreis und enthaltene Leistungen immer direkt beim Zentrum.

Kosten in Deutschland

Die typische Investitionssicherheit für den Advanced-Kurs liegt 2026 in Deutschland bei etwa 2 200 € bis 3 200 € + MwSt für das Komplettpaket. Zur Einordnung: ein zertifizierter Grundkurs in der Schweiz wird mit CHF 2 150 (exkl. MwSt) beworben, der Aufbaukurs bewegt sich im vergleichbaren bis höheren Bereich. Die reine Prüfungsgebühr an die KNX Association liegt in der Größenordnung von 200-250 € und ist in den Paketen meist enthalten.

Kurse mit zertifiziertem Aufbau-Abschluss bieten unter anderem die Gira Akademie (Radevormwald), die JUNG Akademie (Schalksmühle), die ABB University (Heidelberg), Schneider Electric, Theben sowie spezialisierte Trainingscenter an.

Kosten in Österreich und der Schweiz

  • Österreich: Aufbaukurse inklusive Prüfung typischerweise im Bereich 2 000-2 800 €, angeboten u. a. über KNX-Austria-nahe Schulungspartner.
  • Schweiz: höher wegen des schweizerischen Preisniveaus und kleinerer Klassen — realistisch rund 3 000-4 000 CHF. Die offizielle Liste der zertifizierten KNX-Aufbaukurse in der Schweiz finden Sie auf knx.ch.

Förderung 2026

Die Förderinstrumente entsprechen denen des Grundkurses und gelten in allen drei DACH-Ländern auch für den Aufbaukurs:

  • Deutschland: Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit (für Arbeitsuchende, bis 100 %), Aufstiegs-BAföG für Aufstiegsfortbildungen, Bildungsurlaub nach Landesrecht (5 Tage pro Jahr in den meisten Bundesländern), Bildungszeit in Baden-Württemberg sowie ESF-geförderte Länderprogramme. Innungen und der ZVEH bezuschussen Mitgliedsbetriebe.
  • Österreich: AMS-Förderung bis 100 % für Arbeitsuchende, Bildungskarenz für Beschäftigte, WAFF bis 80 % in Wien.
  • Schweiz: Bundessubventionen für eidgenössische Berufsprüfungen (bis 50 % der Kurskosten), kantonale Stipendien und Berufsbildungsfonds.

Da der Aufbaukurs eine klassische berufliche Aufstiegsfortbildung ist, lassen sich diese Instrumente in der Praxis besonders gut nutzen — viele Betriebe übernehmen die Kosten zudem ganz oder teilweise, weil die Advanced-Qualifikation direkt neue Projektkategorien erschließt.

KNX-Schulungszentren für den Aufbaukurs in DACH

Die KNX Association akkreditiert weltweit über 500 Schulungszentren, davon rund 80 im DACH-Raum — viele bieten neben dem Grundkurs auch den zertifizierten Aufbaukurs (Advanced) an. Die offizielle, stets aktuelle Liste finden Sie auf knx.org unter *Mein KNX → Schulung* bzw. für die Schweiz auf knx.ch. Die folgende Auswahl deckt etablierte Standorte 2026 ab; nicht jedes Zentrum bietet jeden Termin als Advanced-Kurs an, daher vorab den Kurskalender prüfen.

Deutschland

  • Gira Akademie (Radevormwald, NRW): fünftägiger Aufbaukurs mit Zertifikat, hoher Praxisanteil an eigenen Demo-Koffern; daneben thematische Aufbaumodule (z. B. Heizung).
  • JUNG Akademie (Schalksmühle, NRW): kleine Klassen, sehr persönliche Betreuung, Advanced mit Zertifikat.
  • ABB University (Heidelberg): breites Modulangebot (Basic, Advanced, IP, DALI-Gateway), gilt als besonders herstellerneutral im Stoff.
  • Schneider Electric und Theben (Haigerloch): Aufbaukurse mit Schwerpunkt auf den jeweiligen Produktwelten, in deutscher Sprache.
  • Spezialisierte Trainingscenter (z. B. KNX-Trainingcenter, etz Stuttgart, DIAL Lüdenscheid, MDT Engelskirchen, Weinzierl Tiefenbach) bieten Erweiterungs-/Aufbaukurse mit Zertifikat an.

Österreich

  • KNX-Austria-nahe Schulungspartner (u. a. spezialisierte Anbieter in Wien und Umgebung) führen regelmäßig Aufbaukurse mit 2026er-Terminen über das gesamte Jahr.
  • Hochschulen wie FH Technikum Wien und FH Joanneum Graz bieten KNX-Module im Studienkontext.

Schweiz

  • STFW Winterthur (Schweizerische Technische Fachschule): zentrales KNX-Schulungszentrum der Schweiz, eng mit KNX Swiss verbunden, Kurse in Deutsch oder Französisch.
  • KNX-Swiss-Schulungspartner in Zürich, Bern, Lausanne und Lugano; die offizielle Liste der zertifizierten Aufbaukurse steht auf knx.ch.
  • EIT.swiss integriert KNX-Module in die Weiterbildung der Elektrobranche.

Wahlkriterien für den Aufbaukurs

  • Demonstratoren für Mehrlinien-/Mehrbereichsanlagen und IP-Router — Advanced lässt sich nur an entsprechend ausgebauten Bus-Aufbauten sinnvoll üben.
  • Praxisanteil möglichst nahe an 50 % und kleine Klassengröße (≤ 12).
  • Abdeckung der Schwerpunkte, die für Ihre Projekte zählen (HLK, DALI, Visualisierung, Secure) — die Gewichtung variiert zwischen den Zentren.
  • Herstellerneutralität vs. Produktfokus: herstellergebundene Akademien legen den Schwerpunkt naturgemäß auf eigene Geräte.
  • Möglichkeit der getrennten Wiederholungsprüfung vor Ort.

8-Wochen-Vorbereitungsplan für Advanced

Eine strukturierte Vorbereitung senkt die Durchfallquote auch an der Advanced-Stufe deutlich. Der folgende 8-Wochen-Plan setzt gefestigtes Basic-Wissen voraus und konzentriert sich auf die Advanced-spezifischen Themen.

Wochen 1-3 — Theorie auffrischen und vertiefen

  • Basic-Auffrischung in Woche 1: Topologie, Flags, Gruppenadressen, DPT sicher reaktivieren (verlinkter Grundkurs-Guide + kostenlose CertifBus-Fragen). Der Aufbaukurs wiederholt das nicht.
  • Koppler und Filtertabellen intensiv lesen: die KNX-Support-Artikel zu *Couplers* und *Filter Tables* erklären Telegrammrouting, Echtzeit-Neuberechnung ab ETS5 und die Vorschaufunktion am Koppler.
  • IP-Grundlagen auffrischen: KNXnet/IP, Multicast/IGMP, Rolle des IP-Routers als Backbone.
  • Tägliches Lesen 30-45 min: KNX-Handbuch und KNX-Spezifikation auf knx.org/de, Kapitel zu Kopplern, Logik, Secure.

Wochen 4-5 — Praxis am erweiterten Aufbau

  • Fünftägiger Aufbaukurs in einem akkreditierten Zentrum (siehe vorheriger Abschnitt). Mindestanwesenheit rund 75 % für die Prüfungszulassung beachten.
  • Während der Schulung: jeden Abend die Module des Tages nacharbeiten, besonders Filtertabellen-Generierung und Logikkonfiguration.
  • Im Anschluss: an einem Demonstrator oder Demo-Koffer eine Mehrlinien-Anlage komplett durchspielen — Koppler, Filtertabellen, eine Logikfunktion, eine HLK- oder Visualisierungsaufgabe.

Wochen 6-7 — Vertiefung der Schwerpunkte

  • KNX Secure praktisch üben: FDSK-Schlüssel, Schlüsselbund, Secure-Gruppenadressen, Data- und IP-Secure aktivieren und mit dem Busmonitor verifizieren.
  • Diagnose trainieren: Telegrammverkehr im Gruppen- und Busmonitor lesen und Fehler in der Filtertabelle erkennen.
  • Logik und Visualisierung an mindestens einem vollständigen Mini-Projekt umsetzen.
  • Theorie-Selbsttest: täglich 20-30 Fragen zu den Advanced-Themen, schwache Bereiche gezielt nacharbeiten.

Woche 8 — Prüfungssimulation

  • Zwei vollständige ETS-Musterprojekte auf Advanced-Niveau durchspielen: erweiterte Topologie, Koppler mit Filtertabellen, eine Logik-/HLK-/Visualisierungsfunktion, KNX Secure, Diagnose. Jeweils unter Zeitdruck.
  • Theorie: kompletter Durchgang über alle Module, Fokus auf Koppler/Filtertabellen, Secure und Logik.
  • Prüfungstag: zuerst die erweiterte Topologie und die Filtertabellen sauber aufbauen, dann die Vertiefungsaufgabe.

Werkzeuge und Materialien

  • ETS in der Schulungs- bzw. Vollversion (Demo mit 5 Geräten reicht für Advanced-Übungen nur eingeschränkt).
  • KNX-Support-Artikel zu Kopplern, Filtertabellen und Topologie.
  • KNX-Handbuch und KNX-Spezifikation auf knx.org/de.
  • CertifBus DE als Theorie-Begleitung für die Wiederholung der Grundlagen.
  • knx-user-forum.de für Praxisfragen rund um Secure, Logik und Visualisierung.
  • Ein erweiterter Demonstrator mit mindestens zwei Linien und einem IP-Router, falls verfügbar.

Typische Fallen und Karriere-ROI

Die häufigsten Punktverluste in der Advanced-Prüfung entstehen nicht bei exotischen Themen, sondern bei den Kernmechanismen der erweiterten Topologie. Wer diese Fallen kennt, besteht deutlich sicherer — und die Investition zahlt sich beruflich schnell aus.

Falle 1 — Filtertabelle nicht (neu) generiert

Die mit Abstand häufigste Advanced-Falle. Nach jeder Änderung an Gruppenadressen muss die Filtertabelle der betroffenen Koppler neu generiert und heruntergeladen werden. ETS5/ETS6 berechnet zwar in Echtzeit, welche Koppler betroffen sind — der Download muss aber tatsächlich erfolgen. Vergisst man das, läuft der Koppler faktisch wie ein Repeater und Telegramme werden nicht korrekt gefiltert. Lösung: nach Adressänderungen die Filtertabelle prüfen (Vorschau per Rechtsklick auf den Koppler) und neu laden.

Falle 2 — Unklare Beteiligung mehrerer Koppler

Bei linienübergreifenden Gruppenadressen sind oft mehrere Koppler gleichzeitig beteiligt (Linienkoppler beider Linien plus die dazwischenliegenden Bereichskoppler). Wer nur einen davon korrekt konfiguriert, blockiert die Kommunikation. Lösung: für jede linienübergreifende Funktion den kompletten Pfad durch die Topologie durchdenken und alle Koppler auf dem Weg berücksichtigen.

Falle 3 — IP-Backbone ohne Multicast/IGMP bedacht

IP-Router brauchen ein Multicast-fähiges Netz mit IGMP-Snooping; in der Praxisaufgabe wird die korrekte Konfiguration des IP-Backbones erwartet. Lösung: IP-Topologie sauber von der TP-Topologie trennen und die Routing-Einstellungen bewusst setzen.

Falle 4 — KNX Secure halb konfiguriert

Secure muss durchgängig aktiviert sein — ein einzelnes ungesichertes Gerät oder eine vergessene Schlüsselzuordnung bricht das Konzept. Lösung: Schlüsselbund vollständig pflegen, Secure pro Gruppenadresse und Gerät konsistent setzen, mit dem Busmonitor verifizieren.

Falle 5 — Logik im falschen Gerät platziert

Logik lässt sich in Aktoren, in Logikmodulen oder über ETS Apps umsetzen. Wer die Logik an der falschen Stelle platziert, erfüllt die Aufgabe formal nicht. Lösung: vor der Umsetzung klären, wo die Aufgabe die Logik erwartet, und konsistent dort umsetzen.

Karriere-ROI der Advanced-Stufe

Die Advanced-Qualifikation erschließt neue Projektkategorien und damit höhere Tagessätze. Laut DACH-Markterhebungen und Schulungszentren bringt die Advanced-Stufe gegenüber dem Basic-Niveau eine weitere Steigerung des Tagessatzes im zweistelligen Prozentbereich und vor allem Zugang zu größeren Zweck- und Gewerbebauten, bei denen Generalunternehmer den Advanced-Nachweis routinemäßig fordern. In Kombination mit Spezialmodulen (IP Secure, DALI-Gateway, HLK) führt der Pfad laut Zentren typisch zu Tagessätzen von 900-1 200 € im weiteren Berufsverlauf. Die Investition von 2 200-3 200 € amortisiert sich damit in wenigen Projekten — sofern Ihr Geschäft tatsächlich Richtung komplexer Gebäudeautomation wächst.

Häufige Fragen

Brauche ich den KNX-Grundkurs, um den Aufbaukurs (Advanced) zu machen?
Ja. Ein erfolgreich abgeschlossener KNX-Grundkurs (Basic) ist Pflichtvoraussetzung für die Anmeldung zum Aufbaukurs. Liegt das Grundkurs-Zertifikat noch nicht vor, akzeptieren viele Schulungszentren in Absprache eine Eingangsprüfung, die das Basic-Niveau bestätigt. Eine feste Wartezeit zwischen den Stufen gibt es nicht, ein bis zwei Jahre Praxis dazwischen werden aber dringend empfohlen.
Wie lange dauert der KNX Aufbaukurs und wie viel davon ist Praxis?
Der Aufbaukurs umfasst in DACH typischerweise rund 40 Unterrichtseinheiten über fünf Tage. Nach der KNX-Lehrplanempfehlung sind etwa 50 Prozent Praxis und 50 Prozent Theorie. Für die Zulassung zur Abschlussprüfung verlangen die Zentren in der Regel eine Mindestanwesenheit von rund 75 Prozent.
Was kostet die KNX Advanced Zertifizierung 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
In Deutschland liegt das Komplettpaket aus fünftägigem Aufbaukurs und Prüfung 2026 typischerweise bei etwa 2 200 bis 3 200 € plus MwSt, in Österreich bei rund 2 000 bis 2 800 €, in der Schweiz wegen des höheren Preisniveaus bei rund 3 000 bis 4 000 CHF. Die reine Prüfungsgebühr an die KNX Association liegt in der Größenordnung von 200 bis 250 €. Bestätigen Sie den genauen Preis beim Schulungszentrum.
Welche Themen deckt der KNX Aufbaukurs ab?
Der offizielle Advanced-Lehrplan umfasst erweiterte Topologie mit Linien- und Bereichskopplern und Filtertabellen, IP-Backbone und KNX/IP, KNX RF in Kombination mit TP, Logikfunktionen, Visualisierungssysteme, ETS Apps, HLK-Integration, Beleuchtungssteuerung inklusive DALI, ausfallsichere Planung, Interworking sowie KNX Secure (Data Secure und IP Secure) im Detail. Den Grundlagenstoff der Basic-Stufe wiederholt der Kurs nicht.
Wie ist die Advanced-Prüfung aufgebaut und welche Bestehensgrenze gilt?
Die Advanced-Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil, beide müssen separat mit mindestens 50 Prozent bestanden werden. Der Praxisteil ist eine umfangreiche ETS-Aufgabe (Fehlersuche, Telegramm- und Teilnehmeranalyse, Projektierung) mit Mehrlinien- oder Mehrbereichstopologie, Kopplern mit Filtertabellen und mindestens einem Vertiefungsthema (Logik, Visualisierung, HLK oder Secure). Die genaue Punkteverteilung legt das akkreditierte Schulungszentrum nach dem KNX-Schema fest.
Lohnt sich die KNX Advanced Zertifizierung gegenüber Basic?
Für Integratoren, die größere Zweck- und Gewerbebauten übernehmen wollen, ja. Advanced erschließt Mehrlinien- und Mehrbereichsprojekte, IP-Backbone-Anlagen, Visualisierung, Logik und durchgängiges KNX Secure — Bereiche, in denen Generalunternehmer den Advanced-Nachweis zunehmend fordern. Markterhebungen nennen eine weitere zweistellige Tagessatz-Steigerung gegenüber Basic. Für reine Standardanlagen im Wohnungsbau reicht hingegen die Basic-Stufe aus.
Wo finde ich akkreditierte Schulungszentren für den KNX Aufbaukurs in DACH?
Die offizielle Liste steht auf knx.org unter Mein KNX → Schulung, für die Schweiz zusätzlich auf knx.ch unter den zertifizierten Aufbaukursen. Etablierte Anbieter sind unter anderem die Gira Akademie (Radevormwald), die JUNG Akademie (Schalksmühle), die ABB University (Heidelberg), Schneider Electric und Theben in Deutschland, KNX-Austria-nahe Partner in Österreich sowie die STFW Winterthur und KNX-Swiss-Partner in der Schweiz. Prüfen Sie, ob der jeweilige Termin als zertifizierter Aufbaukurs (Advanced) angeboten wird.

Weiterführende Links

Unabhängiger redaktioneller Leitfaden. Die genannten Protokollnamen sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber; CertifBus ist mit keinem von ihnen verbunden.

Zuletzt aktualisiert: Mai 2026

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