Modbus · Mittel-Stufe

mittel Modbus-Prüfungsfragen

Modbus Industrial-Musterprüfungsfragen ausgewählt auf mittel-Niveau. Ideal um das Gelernte zu festigen und das tatsächliche Niveau einzuschätzen.

Mit Quellen belegt~ 5 MinMittel

Fragen Niveau Mittel

  1. Q01
    Ein Modbus-RTU-Bus auf RS-485 unterstützt bis zu 32 Knoten pro Segment (mit Repeatern erweiterbar), benötigt Abschlusswiderstände (typischerweise 120 Ohm) an beiden Busenden sowie Polarisationswiderstände, um den Ruhepegel zu definieren.
    WahrFalsch
    3. Modbus RTU· RS-485 Multi-Drop· Mittel
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    Wahr
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    Standard RS-485: 32 Knoten pro Segment (Treiber mit '1 unit load'), mit modernen '1/4 unit load'-Treibern bis zu 128 oder 256 Knoten. Terminierung mit 120 Ohm an beiden Busenden (anders als bei KNX TP1, wo es keine gibt) zur Impedanzanpassung und zur Vermeidung von Reflexionen. Polarisation (Pull-up/Pull-down, typisch 680 Ohm bis 1 kOhm) am Master verhindert, dass der Ruhepegel driftet, wenn kein Knoten sendet. Kabel: geschirmte verdrillte Zweidrahtleitung mit Wellenwiderstand 120 Ohm. Reichweite bis 1200 m bei 9600 Baud, sinkt mit höherer Datenrate.

  2. Q02
    Welcher Modbus-Funktionscode wird zum LESEN der Holding Registers (16-Bit-Register, Lese-/Schreibzugriff) eines Slaves verwendet?
    • A.0x01 (Read Coils)
    • B.0x02 (Read Discrete Inputs)
    • C.0x03 (Read Holding Registers)
    • D.0x04 (Read Input Registers)
    4. Function codes· Lesen Coils/Register· Mittel
    Richtige Antwort
    C — 0x03 (Read Holding Registers)
    Lerntipp

    0x03 'Read Holding Registers' ist korrekt: Es liest die 16-Bit-R/W-Register und ist damit die am häufigsten genutzte Funktion für Analogwerte wie Temperatur, Druck, Zähler oder Sollwert. 0x01 (A) ist falsch, weil 'Read Coils' binäre R/W-Ausgänge liest, keine 16-Bit-Register. 0x02 (B) ist falsch, weil 'Read Discrete Inputs' nur binäre Eingänge (read only) liest. 0x04 (D) ist falsch, weil 'Read Input Registers' zwar 16-Bit-Register liest, diese aber nur lesbar sind und nicht den R/W-Holding-Registers entsprechen.

  3. Q03
    Modpoll (focus-sw.com) und mbpoll (Linux/macOS) sind kostenfreie Kommandozeilenwerkzeuge, um einen Modbus-Slave vom PC aus abzufragen, und sind für Diagnose und Inbetriebnahme einer Modbus-Integration unverzichtbar.
    WahrFalsch
    6. Practical· Modpoll / mbpoll· Mittel
    Richtige Antwort
    Wahr
    Lerntipp

    Die wichtigsten Modbus-Diagnosewerkzeuge im Feld: Modpoll (focus-sw.com, Windows/Linux) ist eine kostenfreie Kommandozeile für Modbus RTU und TCP; mbpoll (sourceforge, Linux/macOS) ist die quelloffene Entsprechung; QModBus ist eine plattformübergreifende GUI; CAS Modbus Scanner ist eine Windows-GUI. Typischer Anwendungsfall: 'Antwortet dieser Slave überhaupt? Welcher Wert steht in Register 100?'. Vor allem bei der Inbetriebnahme von KNX/Modbus-Gateways unverzichtbar - mbpoll zu beherrschen ist Standard im GA-Integratoralltag.

  4. Q04
    Die meisten modernen Frequenzumrichter (VFD) industrieller Bauart (ABB ACS, Schneider Altivar, Siemens SINAMICS, Danfoss VLT) unterstützen Modbus RTU und/oder TCP als Steuerungsschnittstelle, mit einer vom Hersteller dokumentierten Registerliste.
    WahrFalsch
    11. Practical· Antriebsanbindung· Mittel
    Richtige Antwort
    Wahr
    Lerntipp

    Standardmuster 'Drive over Modbus': der Umrichter stellt Register für Start/Stopp-Befehle, Drehzahlsollwert, Strommesswert, Drehzahlrückmeldung und Fehlerstatus bereit. Der Modbus-Master (SPS, GLT) schreibt die Befehle und liest die Rückmeldungen. Typische Zykluszeiten: 100-500 ms für langsame Anwendungen (Wasserpumpen), 10-50 ms für schnelle Anwendungen (Maschinenspindeln). Die Herstellerdokumentation trägt typisch den Namen 'Modbus mapping table' oder 'Communication protocol manual'. Vor der Integration sollten Bytereihenfolge und verfügbare Unterfunktionen geprüft werden.

  5. Q05
    Die typische Modbus-'Hub-and-Spoke'-Architektur sieht eine zentrale Master-SPS vor, die N Slaves (RTU/TCP) periodisch pollt, die Daten aggregiert und anschließend über ein anderes Protokoll (BACnet, OPC UA, MQTT) an ein BMS weitergibt; so wird Skalierung möglich, ohne das BMS direkt zu belasten.
    WahrFalsch
    22. Architecture· Hub-and-Spoke· Mittel
    Richtige Antwort
    Wahr
    Lerntipp

    Das Muster trennt drei Ebenen: 'Spokes' sind die N Modbus-Slaves (Energiezähler, Antriebe, Instrumente), der 'Hub' ist eine SPS oder ein intelligentes Gateway, das pollt und aggregiert, das Backend ist das BMS/SCADA, das über ein modernes Protokoll (BACnet, OPC UA) angebunden wird. Vorteile: Entkopplung (das BMS sieht Modbus gar nicht direkt), bessere Performance (lokales Polling ist schneller als über Weitverkehrsstrecken), höhere Sicherheit (der Hub kann Firewalling und Sanitization übernehmen) sowie einfache Erweiterbarkeit, da neue Slaves für das BMS transparent ergänzt werden.

  6. Q06
    Die intelligenten Pumpen Grundfos MAGNA3 und Wilo Stratos MAXO unterstützen nativ Modbus RTU/TCP, geben rund 50 Parameter aus (Leistung, Durchfluss, Temperatur, Status, Alarme) und akzeptieren Stellbefehle (Drehzahl, Betriebsmodus); damit lassen sich diese Pumpen ohne externen Frequenzumrichter direkt in ein BMS einbinden.
    WahrFalsch
    24. Use cases· Pumpen und Antriebe· Mittel
    Richtige Antwort
    Wahr
    Lerntipp

    Beispiele für Modbus-fähige Pumpen: Grundfos MAGNA3 und SCALA2 mit integriertem Modbus, Wilo Stratos MAXO mit Modbus und BACnet, KSB MyFlow und Ecoflow mit Modbus. Typisch ausgelesene Messwerte sind Momentanleistung (W), Durchfluss (m³/h), Förderhöhe (mWS), Fluidtemperatur, Betriebsstunden und Anlaufzyklen sowie Alarmcodes. Steuerbar sind Betriebsmodus (Auto, Konstantdruck etc.) und Sollwert. Bis ca. 7,5 kW erspart das den externen Frequenzumrichter und vereinfacht die Verdrahtung und Inbetriebnahme.

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