KNX-Basic-Praxisprüfung: 3 ETS6-Übungen mit Lösungen
Schalten, dimmen, diagnostizieren: drei eigene Übungen zum Parametrieren, Inbetriebnehmen und Erklären Ihrer Ergebnisse in ETS6.
In diesem Artikel
Für die KNX-Basic-Praxisprüfung üben Sie, einen Auftrag in überprüfbare Funktionen zu übersetzen: ETS6-Projekt anlegen, Geräte parametrieren, Objekte verknüpfen, herunterladen und Telegramme prüfen. Diese drei eigenen CertifBus-Übungen verwenden einen kleinen Schulungsaufbau. Sie sind keine offiziellen Prüfungsaufgaben und kein KNX-Bewertungsschema.
Die Abbildungen sind eigene Funktionsschemata, keine ETS-Screenshots. Objekte und Parameter hängen vom Applikationsprogramm des Herstellers ab. Verwenden Sie Geräte, Anleitungen und ETS-Version Ihres Schulungszentrums. Lassen Sie Verdrahtung und elektrische Arbeiten von der Lehrkraft begleiten.
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Vorbereitung: Schulungsaufbau und Projekt
Sie benötigen eine kompatible KNX-Schnittstelle, Busspannungsversorgung, einen KNX-Taster, Schaltaktor und Dimmaktor mit geeigneter Last. Ein vorbereiteter Schulungsaufbau genügt. Ohne Geräte können Sie Projektstruktur und Verknüpfungen üben, aber keinen Download und keine physische Reaktion nachweisen.
Legen Sie ein Arbeitsprojekt, eine Linie und einen Raum an. Importieren Sie die passenden Applikationsprogramme. Vergeben Sie eindeutige physikalische Adressen, beispielsweise 1.1.10 für den Taster und 1.1.20 für den Aktor. Notieren Sie Hardwaretyp, Applikationsversion und Kanalfunktion. Die Adressen sind Beispiele dieser Übung.
Unterscheiden Sie physikalische Adresse und Gruppenadresse: Die erste identifiziert ein Gerät, die zweite verbindet eine Funktion mit ihren Kommunikationsobjekten. Sichern/exportieren Sie das Projekt vor jeder Übung und führen Sie eine Funktionstabelle. Befolgen Sie die Vorgaben des Zentrums zu Schnittstelle, KNX Secure und möglichen Projektschlüsseln.
Übung 1 — Eine Leuchte schalten
Auftrag. Ein Tastendruck schaltet die Leuchte ein, ein weiterer aus. Eine Rückmeldung soll den tatsächlichen Ausgangszustand darstellen, sofern die Geräte dies unterstützen.
Parametrierung. Aktivieren Sie die Schaltfunktion am Taster und am Aktorkanal. Legen Sie 0/0/1 — Lichtbefehl, DPT 1.001, an und verknüpfen Sie das Schaltobjekt des Tasters mit dem Schaltobjekt des Kanals. Falls eine Rückmeldung vorhanden ist, legen Sie 0/0/2 — Lichtstatus, ebenfalls DPT 1.001, an. Verknüpfen Sie das Rückmeldeobjekt des Aktors mit dem passenden Anzeigeobjekt des Tasters. Befehl und Status erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Inbetriebnahme. Prüfen Sie die Busverbindung und programmieren Sie die physikalischen Adressen nach dem Verfahren des Zentrums. Laden Sie Applikationen und Parameter nach dem Verknüpfen herunter. Testen Sie beide Zustandswechsel und beobachten Sie Zieladresse und Wert im Gruppenmonitor.
Erwartete Lösung. EIN auf 0/0/1 und danach AUS ändern den Ausgang. Eine verfügbare Rückmeldung auf 0/0/2 folgt seinem Zustand. Ein Befehlstelegramm allein beweist nicht, dass die Leuchte funktioniert.
Typische Fehler. Physikalische Adresse statt Gruppenadresse, falsches Objekt oder nicht heruntergeladene Applikation. Ändern Sie nicht wahllos alle Flags: Prüfen Sie die Objektrollen in der Geräteanleitung.
Taster · 1.1.10 └─ Befehl · DPT 1.001 → 0/0/1 → Aktor · 1.1.20 → Leuchte └─ Anzeige ← 0/0/2 ← Tatsächlicher Kanalstatus (falls verfügbar)
Übung 2 — Eine Leuchte dimmen
Auftrag. Ein kurzer Tastendruck schaltet; ein langer erhöht oder verringert die Helligkeit. Ein absoluter Sollwert von 50 % dient als zusätzliche Prüfung.
Parametrierung. Aktivieren Sie die Dimmfunktion des Tasters und den Dimmkanal. Behalten Sie 0/0/1 — Schalten, DPT 1.001. Ergänzen Sie 0/1/1 — Relativ dimmen, DPT 3.007, zwischen den relativen Dimmobjekten. Ergänzen Sie 0/1/2 — Helligkeitswert, DPT 5.001, für einen absoluten Sollwert, sofern die Applikation dies unterstützt. Ein 4-Bit- und ein 1-Byte-Objekt sind nicht austauschbar: Datenlänge und Bedeutung müssen zusammenpassen.
Inbetriebnahme. Laden Sie beide betroffenen Geräte herunter. Testen Sie kurze Tastendrücke, langes Drücken in beide Richtungen und Loslassen. Stellen Sie für diese Übung einen Dimmstopp beim Loslassen ein, sofern der Taster dies anbietet. Senden Sie anschließend im Gruppenmonitor den absoluten Wert 50 % mit dem richtigen DPT.
Erwartete Lösung. Schalten, relatives Dimmen und absoluter Sollwert funktionieren über ihre jeweiligen Objekte. 50 % ist ein Steuerwert und garantiert keinen gemessenen Lichtstrom von 50 %. Das Verhalten hängt von der Last und dem Aktor ab.
Typische Fehler. Unpassender DPT, deaktiviertes Dimmobjekt, absoluter Wert am relativen Objekt oder vergessener Download. Bei korrektem Telegramm und falscher Lastreaktion prüfen Sie Einstellungen und Kompatibilität mit der Lehrkraft anhand der Anleitung.
Kurz drücken → 0/0/1 · DPT 1.001 → Schalten Lang drücken → 0/1/1 · DPT 3.007 → Relatives Dimmen Sollwert % → 0/1/2 · DPT 5.001 → Absoluter Wert
Übung 3 — Eine nicht reagierende Leuchte diagnostizieren
Auftrag. Der Taster scheint zu funktionieren, die Leuchte bleibt aus. Entfernen Sie in einer Kopie des funktionierenden Projekts aus Übung 1 nur die Verknüpfung 0/0/1 am Schaltobjekt des Aktors. Laden Sie dieses Gerät herunter. Dieser Übungsfehler hat eine bekannte Ursache und bildet nicht alle möglichen Fehler ab.
Schritt 1 — Erst beobachten. Starten Sie den Gruppenmonitor und drücken Sie den Taster. Notieren Sie Zeitpunkt, Quelladresse, Zieladresse, Dienst und Wert. Bei diesem Fehler sendet der Taster korrekt an 0/0/1. Erscheint kein Telegramm, prüfen Sie zuerst Schnittstelle, Verbindung, Taster und Download.
Schritt 2 — Projekt und Aufbau vergleichen. Prüfen Sie, ob die physikalische Adresse im Gerät zum Projekt passt. Am Schaltobjekt fehlt die Verknüpfung 0/0/1. Ein an der Schnittstelle sichtbares Telegramm beweist nicht, dass der erwartete Kanal es empfangen und verarbeitet hat.
Schritt 3 — Eine Ursache beheben. Stellen Sie die Verknüpfung wieder her, laden Sie den Aktor herunter und wiederholen Sie denselben EIN/AUS-Test. Prüfen Sie Ausgang und verfügbare Rückmeldung.
Erwartete Lösung. Nach Verknüpfung und Download reagiert die Leuchte. Dokumentieren Sie Symptom, Beobachtung, Änderung und Ergebnis. Bleibt der Fehler bestehen, prüfen Sie Konfiguration, Busweg und Geräte mit der Lehrkraft, statt viele Änderungen gleichzeitig vorzunehmen.
Taster → Telegramm an 0/0/1 → Bus
╳ Aktor-Verknüpfung fehlt
Verknüpfung herstellen → Download → EIN / AUS erneut testenCheckliste vor der Projektübergabe
- Lesbares Projekt: Räume, Geräte, Kanäle und Gruppenadressen nach Funktion benannt.
- Passende Objekte: DPT und Datenlänge geprüft; Befehl und Rückmeldung unterschieden.
- Inbetriebnahme: eindeutige physikalische Adressen; betroffene Geräte nach Änderungen heruntergeladen.
- Funktion geprüft: EIN/AUS, Dimmen und Stopp getestet; Telegrammaufzeichnungen oder Notizen zum Projekt gespeichert.
- Diagnose erklärt: eine Hypothese, eine Beobachtung, eine Korrektur, erneuter Test.
Bitten Sie die Lehrkraft um einen anderen Auftrag und wiederholen Sie ohne Abschreiben der Adressen. Ein Projekt anpassen zu können ist wichtiger als ein auswendig gelernter Menüpfad. Nutzen Sie auch den 14-Tage-Lernplan und die erklärten Theoriefragen.
Quelle
- KNX Association — KNX Basic course ↗
- KNX Association — Exam regulations ↗
- KNX Association — ETS6 Professional ↗
- KNX Association — Group Address Linking Process ↗
- KNX Association — Download functions ↗
- KNX Association — Bus Monitor, Group Monitor and ETS Bus Activity Monitor ↗
- KNX Association — Extended options, Group Monitor ↗
Häufige Fragen
Sind dies offizielle KNX-Prüfungsaufgaben?
Kann ich ohne Geräte üben?
Warum drei DPTs für das Dimmen?
Wie lange dauert die Basic-Praxisprüfung?
Weiterführende Links
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